Stress und Essen – ein Zusammenhang?

Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig führt ein Forschungsprojekt durch, bei dem es um stressbezogenes, emotionales Essen geht.

Foto: cc flickr Victoria Nevland
Foto: cc flickr Victoria Nevland

Fast jeder kennt die Situation, dass man an einem stressreichen Tag gerne zum Schokoriegel greift. Auch das „Frustessen“, wenn man enttäuscht, traurig oder genervt ist, kommt vielen bekannt vor. Neben dem Hungergefühl gibt es also offensichtlich noch viele weitere Faktoren, die unser Essverhalten beeinflussen.

Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Leipzig  führt nun ein Forschungsprojekt durch, bei dem es um stressbezogenes, emotionales Essen geht. Diese Forschung soll  langfristig zur Verbesserung und zur Entwicklung neuer Präventions- und Therapieprogramme für stark übergewichtige (adipöse) Menschen beitragen. Denn je mehr Mediziner über das Essverhalten wissen, umso eher können gezielte Behandlungen für adipöse Patienten entwickelt werden.

Das Forscherteam um Prof. Anette Kersting ist daher auf der Suche nach Teilnehmerinnen und Teilnehmern an einer einmaligen anonymen Online-Befragung. Einzige Voraussetzung zur Teilnahme ist das Mindestalter von 18 Jahren, d.h. man muss nicht selbst adipös oder übergewichtig sein, um an der Studie teilnehmen zu können. Die Teilnehmenden leisten einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Einflusses von belastenden Kindheitserlebnissen (wie Vernachlässigung, Gewalt etc.) auf das heutige Stresserleben und die Stressverarbeitung wie auch auf das Essverhalten und damit auf das Gewicht. Es sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, ob übergewichtige und fettleibige Menschen mit Stress und Essen anders umgehen als Normalgewichtige, wenn sie Belastungen in der Kindheit erfahren haben.

Die Teilnahme an der Studie ist selbstverständlich freiwillig. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können jederzeit ohne Angabe von Gründen und ohne Nachteile die Befragung abbrechen und ihre Teilnahme damit zurückziehen. Um teilzunehmen, sind online mehrerer Fragebögen zu verschiedenen Themen  wie Essverhalten, Stresserleben, psychischer Belastung und schwierigen Lebensereignissen auszufüllen. Dies dauert ungefähr 45 Minuten. Alle erhobenen Daten werden anonymisiert, verschlüsselt gespeichert und ausgewertet. Auch das IFB AdipositasErkrankungen erforscht verschiedene Einflüsse auf das Essverhalten. Dazu gehören z. B. Botenstoffe im Gehirn, bestimmte Hormone und Gehirnfunktionen.

Wenn Sie Interesse haben bei der Online-Befragung mitzumachen, finden Sie genauere Informationen auf der Webseite der psychsomatischen Forschungsabteilung und auf Facebook. Den direkten Weg zur Studie finden Sie hier.

Weiterführende Fragen beantwortet:
Dr. rer. med. Dipl. -Psych. Juliane Kuhn
Tel: 0341 97 18953
E-Mail: juliane [dot] kuhn [at] medizin [dot] uni-leipzig [dot] de
Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Leipzig

Wenn Sie Interesse an der Teilnahme an einer IFB-Studie haben, finden Sie Informationen und Kontakte hier auf der IFB Studienteilnahme-Seite.

Schlüsselwörter: Psyche, Essstörungen